Haben Sie einen Hund, der ständig vor Ihnen durch die Tür rennt?

 Der sich liebend gern auf Ihrem Lieblingsplatz auf dem Sofa breit macht?

Der ab und an alles tut, aber nicht das, was Sie eigentlich von ihm wollen??

 Kennen Sie einen Hund, der sein Futter mit Knurren verteidigt oder einen, der manchmal nicht so gut auf seine Artgenossen zu sprechen ist?

 Und was kommt dann fast immer:

Der Hund ist dominant!!!!!

 

 

 

Dominanz:

 

Schon so lange geistert dieses Wort durch die Hundwelten.

 Dazu gehört das Bild vom RUDELTIER Hund, das wie seine Vorfahren, die Wölfe, in streng hierarchischen Strukturen eingeordnet ist dessen Ziel es ist, nach oben zu kommen und um in Dominanz zu konkurrieren - auch im Zusammenleben mit uns Menschen.

In so vielen Hundeschulen wird dieses Bild propagiert und es wird einem gesagt, dass der Hund, untergeordnet werden muss, damit das Zusammenleben funktioniert, dass der Hund,  nur dann frei von Problemen im Umgang mit Menschen und Artgenossen ist, wenn man ihm zeigt, wo er im Rudel steht.

Die Klärung der dieser „Rangordnung“ dient als allumfassender Lösungsansatz für eine Vielzahl von Hundeproblemen -  besitzt oft den Charakter einer Universallösung.

„Besserung“ soll es bringen "als Erster durch die Tür zu gehen", den Hund immer als Letztes zu füttern, ab sofort nicht mehr das Sofa oder Schlafzimmer mit ihm teilen, ihn unterwerfen, wenn er sich aufmüpfig gegenüber Artgenossen und Menschen aufführt.

Zum Glück zeigen neue Forschungen, dass diese Sicht der Dinge jeder wissenschaftlicher Grundlage entbehrt: Sie stellen das althergebrachte Bild vom Hund und seinem Zusammenleben mit Artgenossen und uns gründlich auf den Kopf.

Alpharüde und Alphahündin:

wer etwas sein will, muss den anderen stets seine Vormachtstellung und Dominanz demonstrieren.

Das gibt es nur bei Wölfen in der Gefangenschaft!

In frei lebenden Rudeln sieht dies ganz anders aus!

Wolfsrudel in Freiheit bestehen stets aus Familienverbänden, mit Wolfseltern und ihren Jungen in verschiedenen Altersstufen. Und genau so wie in einer Familie geht es in diesen Rudeln auch zu:

 Die „Leittiere“ sind keinesfalls strenge Autoritäten, die ihren Rang gegenüber der Konkurrenz verteidigen, sondern nichts anderes als liebevolle und fürsorgliche Eltern.

Der Nachwuchs hat quasi Narrenfreiheit und genießt zig Privilegien:

 Die jungen Wölfe dürfen wild spielen, ohne zurecht gewiesen zu werden. Sie dürfen zu den Erwachsenen gehen und um Futter betteln. Sogar erwachsene Nachkommen werden im Notfall noch von den Wolfseltern versorgt.

„Ranghoch“ zu sein, hat also in erster Linie etwas damit zu tun, sich um das Wohlergehen der Mitglieder zu kümmern.

Zurechtweisungen kommen im Wolfsrudel sehr selten vor. Nur im Ausnahmefall werden dem Nachwuchs die Grenzen gezeigt - und wenn, dann geschieht dies völlig gewaltfrei und so gut wie ohne Körperkontakt.

Insgesamt sind Wölfe Meister im Konfliktlösen. Sie vermeiden Auseinandersetzungen, wann immer es geht. Ernstkämpfe sind die absolute Ausnahme.

 Kein Anführer eines Wolfsrudels kann seine Schutzbefohlenen zu etwas zwingen. Kooperation geschieht freiwillig,

"Gehorsam" spielt im Wolfsrudel keine Rolle.

Hierzu dieser Artikel von David Mech zu seinen Forschungsergebnissen:

http://www.animal-learn.de/mech.php

 

Doch Wolfsverhalten als DAS Erklärungsmuster für das Verhalten unserer Hunde greift nicht.

Denn es hat eine genetische Veränderung vom Wildtier zum Haushund stattgefunden.

Unsere Haushunde sind seit langer, langer Zeit domestiziert.

 

Ein Hund, der mit auf dem Sofa liegt, demonstriert keine Dominanz........es ist vielmehr urgemütlich! ;-)

Der Hund der als erstes zur Tür rausbrettert, will nur in heller Aufregung hinaus, weil es los geht, NICHT weil er dominant ist! ;-)

Der Hund der nicht hört, tut dies vielleicht, weil man es nicht genügend mit ihm geübt hat? ;-)

Der Hund der Artgenossen anpöbelt ist vielleicht nie vernünftig sozialisiert worden oder hat schlechte Erfahrungen gemacht und reagiert so aus Unsicherheit?!

 

Dieses „Dominanzgerede“ ist so oft DIE Pauschallösung, ist es nicht sinnvoller auf den jeweiligen Hund nebst Halter individuell einzugehen?!

In einem „Rudel“ gibt es keine heftigst verteidigte und ständig umkämpfte Rangordnung, sondern eine Familienstruktur!

Wird unser Miteinander nicht viel angenehmer, wenn nicht das Damoklesschwert der Dominanz über allem schwebt?

Ich helfe Ihnen dabei, diesen Zustand mit ihrem Liebling herzustellen!
 

Lunas Doghelp | sanne-maggl@t-online.de